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Stand: 19.10.2005

Periostmassage

Text zuletzt bearbeitet von: Sabina Riese


Periostmassage (Knochenhautmassage)

Die Periostmassage ist eine punktförmige und rhythmische Druckbehandlung im Bereich der Knochenhaut (Periost). Sie zählt zu den Reflexzonen-Therapien, da ihre Wirkung über die Nerven-Reflexe erklärt werden kann.

Durchführung
Bei einer Periostmassage führt der Therapeut mit seinen Fingerkuppen oder Knöcheln der Zeige- und Mittelfinger kleine druckgeladene Drehungen auf der Knochenhaut durch. Dafür müssen die darüber liegenden Muskeln vorsichtig beiseite geschoben werden, ohne sie selbst zu irritieren. Die Auswahl der zu massierenden Punkte hängt von den Beschwerden ab, die behandelt werden sollen. Die Behandlung eines Punktes kann ein bis drei Minuten dauern und ist anfänglich oft mit Schmerzen verbunden. Diese lassen jedoch nach einigen Minuten nach und sind ein Zeichen dafür, dass die Knochenhaut und nicht das darüber liegende Gewebe behandelt wird.

Wirkung
Die Periostbehandlung regt die Durchblutung und Zellregeneration an und löst Verkrampfungen in entfernt gelegenen Gefäßgebieten und inneren Organen. Darüber hinaus reizt die Massage die Schmerzrezeptoren in der Knochenhaut, woraufhin körpereigene Stoffe ausgeschüttet werden, welche die Schmerzschwelle im gesamten Körper erhöhen.
Des Weiteren besitzt die Periostmassage eine reflektorische Wirkung auf innere Organe, die folgendermaßen zu erklären ist: die Knochenhaut wird von Nervenfasern versorgt, die ihren Ursprung in verschiedenen Regionen der Wirbelsäule haben. Parallel versorgen die Nervenstränge unterschiedliche innere Organe oder Hautpartien, sodass diese mit den dazugehörigen Abschnitten des Periosts nervlich verbunden sind. Demnach kann durch die Massage der entsprechenden Periostfläche Entspannung und Schmerzfreiheit für die zugeordneten inneren Organe erzielt werden.

Indikationen
Zu den Indikationen für die Periostmassage zählen unter anderem:

  • chronische Kopfschmerzen und Migraene-Schmerz
  • Rückenschmerzen, Schulterbeschwerden, Tennis-Ellenbogen
  • vegetative Durchblutungsstörungen
  • chronische Atemwegserkrankungen
  • Gallenwegserkrankungen, Blasen- und Verdauungsstörungen
  • Morbus Suddeck
  • Arthrose
  • Angina pectoris

Kontraindikationen
Nicht angewendet werden darf die Periostmassage unter anderem bei:

  • akuten Entzündungen
  • Verletzungen im Massagegebiet
  • Knochentuberkulose
  • Osteoporose
  • Knochentumoren und -metastasen
  • Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten




Externe Links und Quelle(n)

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Quellen:

  • AOK - Die Gesundheitskasse: Periostmassage. URL: http://www.aok.de/bund/rd/136243.htm (Abruf vom 11.10.2005).
  • Hüter-Becker, A.: Physiotherapie. Massage, Gruppenbehandlung, Hygiene, Erste Hilfe, Verbandtechnik, Allgemeine Krankheitslehre. Lehrbuchreihe Bd. 6. Stuttgart/New York: Georg Thieme Verlag, 1996.
  • Wiedemann, E.: Physikalische Therapie: Grundlagen - Methoden - Anwendung. Berlin/New York: de Gruyter, 1987.



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Beitrag zuletzt aktualisiert am: 19.10.2005

 


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