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Stand: 08.10.2008


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Nicola Steinhauff



Tinnitus Ohrgeräusche

Text zuletzt bearbeitet von: Nicola Steinhauff


Tinnitus (lat.: tinnire = klingeln) ist ein medizinischer Fachausdruck für die subjektive Wahrnehmung von Ohr- und Kopfgeräuschen ohne akustische Stimulation von außen. Sie sind von den objektivierbaren Ohrgeräuschen zu unterscheiden, welche von anderen Leuten mitgehört werden können (zum Beispiel bei rhythmischer Anspannung der Gaumenmuskulatur).

Von Betroffenen werden die Geräusche häufig als ein Pfeifen, Klingeln, Rauschen, Brummen oder Zischen beschrieben, welche konstant, rhythmisch oder auch in ihrer Frequenz wechselnd wahrgenommen werden können.

Tinnitus ist keine Krankheit, sondern das Symptom einer Funktionsstörung des Hörsystems. Der Auslöser für die Geräuschempfindung kann sowohl im Ohr, als auch im Gehirn lokalisiert sein, was eine exakte Diagnose schwierig macht. Manchmal wird er auch als Warnsignal für körperliche oder seelische Überforderung verstanden.

Die Symptome können zum einen in Form vorübergehender, kurzdauernder Geräusche auftreten und stellen in diesem Fall keine extrem große Belastung für den Betroffenen dar. In jedem zehnten Fall handelt es sich jedoch um einen dekompensierten Tinnitus, welcher die Qualität des normalen beruflichen und privaten Lebens sehr stark einschränkt. Von einem chronischen Tinnitus spricht man, wenn die Ohrgeräusche kontinuierlich länger als 3 Monate anhalten.

Häufig tritt Tinnitus in Verbindung mit Schwerhörigkeit, Schwindel, abnormer Lärmempfindlichkeit, Störungen des Bewegungsapparats und Depressionen auf.

Die Ursachen für die Entstehung sind letztendlich nicht genau bekannt. Bisher hat man in den meisten Fällen die Beschwerden auf einen Innenohrschaden zurück geführt. Aufgrund einer Durchblutungsstörung kann das Innenohr nicht mit den notwendigen Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden, was wiederum zu einer Störung des Stoffwechselvorgangs in den Hörzellen führt. In Folge dessen kommt es zu einer gesteigerten Aktivität der Zellen, wodurch der Tinnitus in Form dauerhafter Geräusche hervorgerufen wird.

Ebenso kann es sein, dass das Gehirn einen Ton produziert, da es die von den Hörnerven übermittelten Informationen falsch verarbeitet. Man spricht in diesem Fall von einem zentralen Tinnitus.

Als Auslöser werden vorrangig die folgenden genannt:

  • Altersschwerhörigkeit
  • akuter Lärmschaden, welcher durch kurze Schalleinwirkungen zum Beispiel beim Schießen, bei Diskobesuchen, Technoparties u.ä. hervorgerufen werden kann
  • chronischer Lärmschaden aufgrund eines lärmintensiven Berufs, eines lauten Hobbys u.ä.
  • Hörsturz, welcher sich durch eine plötzlich einseitige Schwerhörigkeit oder Ertaubung (häufig auch bei gesunden, jungen Leuten) äußert
  • Menièrsche Krankheit, die sich aus einem Drehschwindel, einseitiger Schwerhörigkeit und Tinnitus zusammensetzt
  • erbliche Innenohrschwerhörigkeit
  • Schädelverletzung und Schleudertrauma
  • Ohrschädigende Medikamente
  • Kiefergelenkstoerung

Eine wichtige Rolle spielt auch die Wechselwirkung zwischen der psychischen Situation und der körperlichen Befindlichkeit. Viele Betroffene haben Tinnitus in einer Stresssituation bekommen. Durch die vermehrte Ausschüttung des Stresshormons Kortisol kann es ebenfalls zu Gefäßverengungen, bzw. –verschlüssen im Innenohr kommen. Diese psychische Komponente erschwert den Umgang mit der Krankheit.

Als Folgen des Tinnitus sind Schlafstörungen, Nervosität, Depressionen, Angstzuständen, Veränderungen in der Persönlichkeit, soziale Isolation und Rückzug besonders verbreitet. Der dadurch zusätzlich entstehende Stress kann den Zustand des Patienten leider noch weiter verschlechtern.

Die Versorgung von Tinnitus - Patienten setzt sich Idealerweise aus einer medizinischen und audiologischen Abklärung, einer möglichst umfassenden, realistischen Aufklärung und einem auf die individuelle persönliche und biologische Situation des Patienten abgestimmten Behandlungsplan unter fachgerechter Begleitung zusammen.

Die Therapie sollte möglichst früh einsetzten, da ein Behandlungserfolg dadurch wahrscheinlicher wird. Es darf in diesem Zusammenhang nicht verschwiegen werden, dass zahlreiche Patienten sehr viele verschiedene Therapiemethoden ausprobiert haben, ohne jedoch einen andauernden Erfolg davon getragen zu haben. Ohnehin werden die Ohrgeräusche meistens nicht beseitigt, sondern allenfalls gedämpft. Methoden, die eine sofortige Heilung versprechen, sind als suspekt einzustufen. Da der Therapieerfolg bei Tinnitus kaum messbar ist und die Wirkung der Maßnahmen bei den Patienten meistens sehr unterschiedlich ausfällt, kann kaum eine allgemeine Empfehlung ausgesprochen werden.

Derzeit existieren unter anderem folgenden Therapieansätze, dessen Nutzen jedoch teilweise immer wieder kontrovers diskutiert wird (stellenweise wird auch die Kombination bestimmter Methoden als hilfreich erachtet):

  • Verbesserung des Allgemeinzustandes: im körperlichen, psychischen und sozialen Umfeld soll aktiv nach Verbesserungsmöglichkeiten gesucht und überflüssiger Stress abgebaut werden
  • Passive Methoden:
    • Medikamente (und Infusionen)
    • nicht-medikamentöse Behandlung (z.B. hyperbare Sauerstofftherapie, Akkupunktur u.ä.)
    • Maskierungsmethoden (Hintergrundmusik, Entspannungskassetten mit Naturgeräuschen, Erhöhung der Hintergrundgeräusche mit Hilfe eines Hörgeräts u.ä., um innere durch äußere Geräusche zu überdecken)
  • Aktive Methoden: Hilfe und Anleitung zu aktiver Selbsthilfe durch
    • Psychotherapie (Ziel: Entwicklung von Toleranz gegenüber dem Tinnitus)
    • kognitive Therapie (Problembewältigung mit Hilfe des Verstandes)
    • Entspannungstherapien (Autogenes_Training, progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen, Biofeedback, Meditation, u.ä.)
    • Körpertherapie (positive Beeinflussung seelischer Vorgänge durch körperliche Beweglichkeit: Yoga, Feldenkrais, Alexander–Technik, Tai Chi und Qi Gong u.ä.)
    • Musik- und Klangtherapie (positive Beeinflussung von körperlichen und seelischen Leiden durch Förderung der Körper- und Gefühlswahrnehmung mit Hilfe musikalischer Reize)
    • Tinnitus Retraining Therapie (Kompensation und Bewältigung des Tinnitusempfindens mit Hilfe der Verbindung von Beratungsgesprächen mit einer Geräuschtherapie)
    • Physiotherapie
    • Ernährungsumstellung

Prognose: Viele Patienten haben zwar am meisten Angst vor einer Verschlimmerung des Tinnitus, jedoch haben Messungen ergeben, dass die Lautstärke der Geräusche normalerweise nicht zunimmt. Manchmal schwankt das Wahrnehmungsempfinden, sodass neue Geräusche zu entstehen oder dass sie ihre Lautstärke zu ändern scheinen. In diesem Fall besteht jedoch trotzdem noch die gleiche Aussicht auf Besserung. Zudem können sehr viele Betroffene mittlerweile ein unbeschwertes Leben führen, weil sie gelernt haben ihr Ohrgeräusch zu akzeptieren und ihre Aufmerksamkeit auf wichtigere Dinge und Geräusche zu lenken.




Externe Links und Quelle(n)

(externe Links außerhalb des Verantwortungsbereiches des Betreibers)

Cramer, A. (2002).Grundlagen und Möglichkeiten der Musik- und Klangtherapie als Behandlungsmaßnahme bei Tinnitus. Kölner Studien zur Musik in Erziehung und Therapie, Bd.7. Köln-Rheinkassel: Verlag Christoph Dohr

Delb, W., D?Amelio, R., Archonti, C. & Schonecke, O. (2002). Tinnitus. Ein Manual zur Tinnitus-Retrainingtherapie. Göttingen; Bern; Toronto; Seattle: Hogrefe-Verlag

Kellerhals, B. & Zogg, R. (1997). Tinnitus Hilfe. Ein Arbeitsbuch für Patienten und ihre ärztlichen und nichtärztlichen Helfer. Basel; Freiburg: Karger

Müller-Mees, E. (1998). Tinnitus. Ursachen und natürliche Behandlung von Ohrgeräuschen. München: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf.

URL:
http://www.medicine-worldwide.de/krankheiten/hno/tinnitus.html
http://www.tinnitus-liga.de/tinnitus.htm (Abruf vom 07.05.04)




Newsartikel zu Tinnitus: (max. 10)

08.10.2008 - - Studie belegt: Musiktherapie wirkt bei Tinnitus
18.05.2008 - - Musiktherapie hilft gegen Tinnitus
27.08.2007 - - Was hat Tinnitus mit dem Kiefergelenk zu tun ?
09.05.2004 - - Musiktherapie bei chronischem Tinnitus
28.11.2003 - - Hilft Hirnstimulation bei Tinnitus?



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Beitrag zuletzt aktualisiert am: 16.05.2004
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Alle hier präsentierten Texte dienen ausschließlich der persönlichen Information. Sie stellen keine Beratung in Gesundheitsfragen dar und können diese in keinster Weise ersetzen. Die hier beschriebenen Behandlungsmethoden sind großteils ausschließlich zur Durchführung von einem erfahrenen Therapeuten oder Arzt vorgesehen. Die eigenständige Durchführung kann im Krankheitsfall erhebliche Risiken beinhalten. Suchen Sie daher bei Verdacht auf eine Erkrankung immer unverzüglich Ihren Arzt auf. Gleichermassen können beschriebene Krankheitsbilder nie vollständig sein und die Kenntnisse daraus sind nicht dazu geeignet einen Arztbesuche zu ersetzen. Suchen Sie im Krankheitsfall oder dem Verdacht immer unverzüglich einen Arzt auf !

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