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Stand: 29.07.2010

Hüftgelenkserkrankung Coxarthrose

Text zuletzt bearbeitet von: A.G. (Physiotherapeut)


Die Coxarthrose: Definition: Hüftgelenksarthrose

Siehe auch rechts : Arthrosen

Im Alter von 65-74 Jahren leiden bereits 2% der Bevölkerung an Coxarthrose. Unter der primären Form ist die Ursache im Einzelfall unbekannt. Sowohl mechanische als auch biologische Faktoren im Sinne von Alterungsprozessen des Bindesgewebes sind hierbei bedeutsam. Sekundäre Arthrosen entwickeln sich bei nicht vollständig ausgeheilten Hüftgelenkserkrankungen.

Symptome einer Coxarthrose:

  • verändertes Gangbild (Entlastungshinken)
  • Palpation (Kapseldruckschmerz, Trochanterklopfschmerz)
  • Kapselmuster (Innenrotation, Abduktion (Abspreizen), sind frühzeitig eingeschränkt)
  • eventuell Entzündungszeichen

Therapieverfahren bei Cox- und Gonarthrose

Man unterscheidet zwischen konservativer und operativer Therapie.

Der Arzt berät den Patienten über den Ablauf des ausgewählten Therapieverfahrens.

Behandlungsablauf einer konservativen Therapie:

Aufklärung über die Erkrankung sowie deren Verlauf und die Therapieoptionen

  • Beratung über Prävention (Gewichtsreduktion, Belastungsregulation, Physiotherapie)
  • Regelmäßige Übungen zur Beseitigung von Muskeldefiziten
  • Mechanische Entlastung des Gelenkes (evtl. Gehstock zur Entlastung, Pufferabsätze, elastischer Fersenkeil)
  • Medikamentöse Therapie (Schmerzmittel, Antiphlogistika,Lokalanästhetika)
  • Regelmäßige physikalische Anwendungen

Was versteht man unter physikalischer Therapie bei Coxarthrose ?

1) Schmerzfreiheit durch:

2) Erhaltene Gelenkbeweglichkeit:

  • aktiv/passiv/ressistiv oberhalb des betroffenen Gelenkes/ endgradiges Bewegen
  • PNF
  • Manuelle_Therapie.htm'>Manuelle_Therapie (Traktion in Endstellung)

3) Erhaltene Dehnfähigkeit:

  • Passive Querdehnung
  • Aktive Dehnung der verkürzten Muskulatur

4) Erhaltene Muskelkraft:

  • Con- und exzentrisches Muskeltraining
  • Isometrisches Training

5) Bestmögliche Haltung:

  • Erarbeiten des aufrechten, physiologischen Körperhaltung

6) Optimales Gangbild

Angrenzende Gelenke müssen in den Behandlungsplan stets mit einbezogen werden !

Behandlungsablauf einer operativen Therapie:

Feststellung des Stadium der Erkrankung und den bisherigen Verlauf,

  • Schmerzen, Leidensdruck des Patienten, Klinische Kniegelenksbefunde und ihre Ausprägungen (Bewegungsausmaß, Blockaden, Erguß, begleitende Kapsel- Bandverletzungen)
  • Andere Gelenkerkrankungen
  • Morphologie der Erkrankung
  • Alter des Patienten, Vorerkrankungen
  • Arbeitssituation, Aktivitätsgrad des Patienten

Bei schweren Hüftarthrosen, wenn Schmerzen und Bewegungseinschränkungen den Alltag zu sehr beeinträchtigen, wird häufig ein vollständiger Ersatz des Hüftgelenkes (Totalendoprothese) durchgeführt. Die Operation hat im allgemeinen eine sehr deutliche Verbesserung des Gangbildes und der Beweglichkeit zur Folge. Nach der Operation sind intensive physiotherapeutische Übungsbehandlungen notwendig. Diese werden bereits am ersten Tag nach der Operation durchgeführt und über die Rehabilitation bis später zur ambulanten Nachbehandlung hin fortgeführt.



Siehe auch Gelenkersatz, Arthrosen


Newsartikel zu Hüftgelenk: (max. 10)

29.07.2010 - - Knie- und Hüftgelenkersatz, 40 Mil. EUR Einsparpotential
09.09.2009 - - Gesunde Gelenke durch Knorpeltransplantation
21.08.2009 - - Forscherteam identifiziert Auslöser der Arthrose
05.08.2009 - - Bluttest für Risiko eines künstliches Knie-/Hüftgelenks entdeckt
08.04.2009 - - Kann der Körper Knorpeldefekte bei Arthrose selbst reparieren?
26.02.2009 - - Starker Anstieg der Gelenkoperationen in der Schweiz
11.11.2008 - - Arthrosebehandlung: Muskelkräftigung wirksamer als Medikamente
25.10.2007 - - Schmerzgentests sagen bald Erfolg von Arthrosetherapien voraus
17.09.2007 - - Fettstammzellen sollen den Knorpel reparieren
14.09.2007 - - erneut Orthokin als wirksam bei Arthrose bestätigt



Zeitschriftenartikel: (max. 12)

Koelling S, Kruegel J, Irmer M, Path JR, Sadowski B, Miro X, Miosge N, (2009)---Studie---
Migratory chondrogenic progenitor cells from repair tissue during the later stages of human osteoarthritis., Cell Stem Cell 2009;4(4):324-35 (bei MT-DOK)

Holm I, Bolstad B, Lütken T, Ervik A, Røkkum M, Steen H, (2000)---Studie---
Reliability of goniometric measurements and visual estimates of hip ROM in patients with osteoarthrosis., Physiother Res Int 2000;5(4):241-8 (bei MT-DOK)

R. Bruzek; A. Herz; M. Bieber-Zschau (1995)---Studie---
Die Bedeutung des M. glutaeus maximus bei der Therapie von Funktionsstörungen des Iliosacralgelenkes, Manuelle Medizin (1996) (bei MT-DOK)

Lampe R, Mitternacht J, Schrödl S, Gerdesmeyer L, Nathrath M, Gradinger R, ( 2004)---Studie---
[Using the gait laboratory for the investigation of orthopaedic clinical problems in children]., Klin Padiatr 2004;216(2):72-8 (bei MT-DOK)

Vogt L, Brettmann K, Pfeifer K, Banzer W, ( 2002)---Studie---
[Gait disorders - assessment and rehabilitation supported by movement analysis]., Z Orthop Ihre Grenzgeb 2002;140(5):561-7 (bei MT-DOK)

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Beitrag zuletzt aktualisiert am: 04.05.2003

 


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